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„Mozart, Mancini and More“- mit dem HHC „Flottweg“ Sillenbuch

1. Orchester

Am 22. März hatte der Handharmonika-Club „Flottweg“ Sillenbuch e.V. - wie immer im Frühjahr - zu seinem Jahreskonzert eingeladen. „Mozart, Mancini and More“ - unter diesem Motto erlebten die Gäste im vollbesetzten Stiftstheater des Augustinums beschwingte, mitreißende Akkordeonmusik.

Den Anfang machten die von Joachim Kersten dirigierten Spaßorgler mit dem „Großstadt-Bummel“, einer Suite in vier Sätzen, von Renato Bui. „Am Bahnhof“, „Im Park“, „Die Metropole“ sowie eine „Taxifahrt“ waren Stationen dieses vergnüglichen musikalischen Rundgangs. Dabei und bei den weiteren Darbietungen verstärkte Patrick Dietz am Schlagzeug das Spiel.

Dann übernahm das Schülerorchester, angeleitet und dirigiert von Marion Smirek. Hier musizieren die jüngsten Akkordeon-Spielerinnen und -Spieler des Vereins. Für das Konzert hatten sie zwei Stücke einstudiert, einmal die Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach. Klaus Keck, von 1977 bis 2013 der Dirigent des 1. Orchesters, hatte die bekannte Bachsche Komposition in eine auch für Anfänger spielbare Form gebracht. Das zweite Stück, „Achtung! Piraten“ des zeitgenössischen Komponisten Gottfried Hummel, nahm die Zuhörer mit auf einem Ausflug in die Karibik.

Jugendliche, die dem Schülerorchester entwachsen sind, bilden unter der Leitung von Nenad Velickovic das Jugendensemble. Mit „Akkordeon Twist“ von Jürgen Schmieder und „Barbie Girl“ von Johnny Moesgaard spielte das Ensemble zwei flotte, moderne Stücke, die ins Ohr gingen und zu denen man sehr gut auch hätte tanzen können!

Danach standen Ehrungen auf dem Programm, die von der Vertreterin des Deutschen Harmonika- Verbandes e.V. (DHV), Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg, Daniela Pfletschinger sowie auf Seiten des Vereins von der Vorsitzenden Ulrike Kuld vorgenommen wurden: Für 20-jährige Treue zum HHC „Flottweg“ Sillenbuch geehrt wurden Beate Brenner und Dieter Barthelmeh, für 30 Jahre Manuel Herzog. Frank Keck wurde für 50 Jahre aktives Akkordeonspiel ausgezeichnet und Joachim Smirek erhielt für 60 Jahre engagierte Mitarbeit und Musizieren im HHC eine Urkunde und die goldene Verdienstnadel des DHV.

Vor der Pause bildete der Auftritt und das virtuose Spiel von „Musica in Fiore“ (aus dem Italienischen übersetzt: „Musik in Blüte“) ein ganz besonderes Highlight. Das Quartett besteht aus den vier jungen Akkordeonisten Hlib Plakhotniuk, Juliana Kraus, Nils Aebersold und Karla Gvozden-Rizvic, allesamt Absolventen des Hohner-Konservatoriums in Trossingen. Unterstützt vom Schlagzeuger, Arman Rizvic, begeisterten sie das Publikum mit „Tetraeder“ von Hans-Günther Kölz, „The Moves, 1. Satz“ von Dumitru Moraru und „Night after Night“ aus Travel Moments, einem Ohrwurm von Nils Aebersold.

Nach der Pause gehörte die Bühne dem 1. Orchester, dirigiert von Dumitru Moraru. Es erklangen Töne, die insbesondere den Älteren unter den Zuhörern bekannt waren: Als „Eurovisions-Melodie“, im Fernsehen gespielt vor länderübergreifenden TV-Ereignissen, fungieren die ersten Takte des „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier. 2025 hat Hans-Günther Kölz aus Teilen des Originals eine eigene Komposition geschaffen, das „Prelude for Europe“, welches das 1. Orchester zu Gehör brachte.

Danach wurde es wieder „klassisch“: Gespielt wurde der 1. Satz „Molto allegro“ aus der Sinfonie Nr. 40 von Wolfgang Amadeus Mozart, eine der bekanntesten und meistgespielten Mozart-Sinfonien.

Astor Piazzolla – in kaum einem Akkordeonkonzert fehlt ein Stück dieses berühmten Komponisten und Bandoneonspielers aus Argentinien. Das 1. Orchester spielte „Romance del Diablo“, ein wahrhaft teuflisches – oder doch himmlisches? – Vergnügen!

David Ferencz-Kis ist der jüngste Solist des Vereins. Er hat 2025 beim Regional-Jugendwettbewerb des Deutschen Harmonika-Verbandes die Bestnote „hervorragend“ erspielt. Beim Konzert überzeugte David mit einer gelungenen eigenen Komposition die Zuhörer.

Vom 1. Orchester folgte „Misteriosa Venezia“ des italienischen Komponisten Gian Piero Reverberi, eine musikalische Hommage an die Lagunenstadt. Das letzte Werk „Henry Mancini in Concert“ war dann eine Verbeugung vor einem der größten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhundert. Mancini hat die Filmmusik seiner Ära jahrzehntelang geprägt und wurde dafür unter anderem mit vier Oscars bedacht. Das 1. Orchester spielte seine wunderbaren Melodien in einer Bearbeitung für Akkordeon von Renato Bui.

Das Akkordeon wurde von den Landesmusikräten in Deutschland zum „Instrument Jahres 2026“ ernannt. Diese Auszeichnung soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die vielen Facetten des Akkordeonspiels lenken. Dazu trug auch das diesjährige Konzert des HHC bei. Das Publikum war begeistert von den Melodien und packenden Rhythmen, der Spielfreude und dem Können der Akkordeonspielerinnen und -spieler.

Moderator Ulrich Kuld bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Konzertabends beigetragen hatten. Doch erst nach zwei Zugaben schloss sich der Vorhang und ein anregender Abend voller Musik ging zu Ende.